Gute Nacht Geschichte: Der kleine Mondfuchs und die verlorene Sternenmelodie

Der kleine Mondfuchs und die verlorene Sternenmelodie

Gute Nacht Geschichte: Der Mondfuchs und der Stern


Am Rand eines stillen Waldes, dort wo die Bäume im Abendlicht golden schimmern, lebte ein kleiner Fuchs mit weichem, silbernem Fell. Alle Tiere nannten ihn den Mondfuchs, weil sein Fell im Mondschein leuchtete wie ein kleiner Stern. Jeden Abend setzte er sich auf seinen Lieblingshügel und lauschte der Sternenmelodie, die leise vom Himmel herabklang. Diese Melodie half allen Waldbewohnern, friedlich einzuschlafen.

Eines Abends jedoch blieb der Himmel still. Kein Ton, kein Summen, kein Funkeln. Der Mondfuchs spitzte die Ohren. „Wo ist die Sternenmelodie geblieben?“ fragte er sich. Ohne sie konnten die Tiere nicht gut einschlafen. Also beschloss er, den Grund zu finden. Mit leisen Pfoten schlich er durch den Wald, vorbei an schlaftrunkenen Eulen und gähnenden Hasen, bis er eine kleine, glitzernde Spur entdeckte. Sie funkelte wie winzige Sternenkrümel.

Neugierig folgte der Mondfuchs der Spur. Sie führte ihn zu einer Lichtung, auf der ein kleiner Stern saß. Der Stern sah traurig aus und hielt sich den Bauch. „Oh je“, sagte der Mondfuchs sanft, „warum bist du so traurig?“ Der kleine Stern seufzte. „Ich habe meine Melodie verloren. Ohne sie kann ich nicht zurück an den Himmel leuchten.“

Der Mondfuchs setzte sich neben ihn. „Dann suchen wir sie gemeinsam.“ Sie lauschten in die Nacht. Erst hörten sie nur das Rascheln der Blätter. Dann ein leises Klingen, ganz weit entfernt. „Da ist sie!“ rief der Mondfuchs. Gemeinsam folgten sie dem Klang, bis sie eine kleine Blume fanden, die im Dunkeln glühte. In ihren Blütenblättern schimmerte die verlorene Melodie wie ein zarter Lichtfaden.

Vorsichtig pustete der Mondfuchs die Melodie aus der Blume. Sie schwebte wie ein glitzernder Faden zurück zum kleinen Stern, der sofort heller wurde. „Danke“, flüsterte er glücklich. „Jetzt kann ich wieder hinauf zum Himmel.“

Der Mondfuchs nickte zufrieden. Der Stern stieg langsam höher und höher, bis er wieder an seinem Platz funkelte. Und kaum war er dort angekommen, erklang die Sternenmelodie wieder – weich, warm und beruhigend wie eine sanfte Umarmung.

Der Mondfuchs legte sich auf seinen Hügel, schloss die Augen und lauschte. Der ganze Wald wurde still. Die Tiere kuschelten sich in ihre Nester und Höhlen, und die Melodie wiegte sie in einen tiefen, friedlichen Schlaf.

Und auch der Mondfuchs schlief bald ein – eingehüllt in das leise Lied der Sterne.

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